Trockenes Schröpfen

Für die Durchführung werden Schröpfgläser in unterschiedlichen Größen benötigt. In der Regel wird mittels eines alkoholgetränkten und sogleich entzündeten Wattepads die Luft im Glas kurzfristig erwärmt und anschließend schnell auf die Haut des Patienten aufgesetzt. Ein Unterdruck entsteht, der eine Saugwirkung auf das darunterliegende Gewebe ausübt. Diese Variante des Schröpfens wird trockenes Schröpfen genannt. Heute kommen auch oftmals Gläser mit Vakuumpumpe oder Rückschlagventil zum Einsatz.

 

Durch das Setzen von Schröpfköpfen wird die Durchblutung angeregt, es kommt zu einem Extravasat, das heißt einem Austritt von Kleinstmengen an Blutflüssigkeit aus den Gefäßen ins Gewebe. Gleichzeitig wird damit der Stoffwechsel und die Immunabwehr aktiviert, Muskelverspannungen und Gelosen (das sind Ablagerungen im Unterhautfettgewebe) werden beseitigt. Der schmerzlindernde Effekt kommt durch die Freisetzung von Endorphinen und den verstärkten Abbau von Prostaglandine zustande.

Durch das lokale Saugen entsteht nach der ca. 15minütigen Behandlung eine Rötung der Haut, manchmal auch ein schmerzloses Hämatom, welches jedoch innerhalb weniger Tage verschwindet. Es kann auch zu einem leichten Muskelkater kommen, der innerhalb von 1-2 Tagen abklingt. Dies ist ein gutes Zeichen dafür, dass der Muskel wieder arbeitet und durchblutet wird.

 

Beim trockenen Schröpfen wird im Bereich der Reflexzonen blutanziehend, ableitend, aktivierend und kräftigend gearbeitet. Es sind kalte, blasse Gelosen am Patienten tastbar. Der Kranke befindet sich in einem sog. Leere-Zustand.